12.07.2026
Bahnrad-Nachwuchs holt neun EM-Titel – Gold für Esch/Resag und Kuniß
Für das erste Highlight des letzten Tages sorgte Anastasia Kuniß (RSV Speiche), die im 1000-Meter-Zeitfahren den Europameistertitel holte und damit für eine kleine Überraschung sorgte. Kuniß war im Schatten von Topfavoritin und Nationalmannschaftskollegin Clara Schneider, die bei dieser EM bereits zweimal Gold und einmal Silber gewann, angetreten und war bereits in der Qualifikation schneller. Im Finale konnte sie sich noch einmal steigern. Mit einer Fahrzeit von 1:07,879 Minuten war sie fast anderthalb Sekunden schneller als die Zweitplatzierte Marie Louise Drouode (Frankreich). Schneider wurde Fünfte (1:10,155).
„Es war ein wirklich hartes Rennen. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier heute gewinnen würde, sondern auf eine Top-5-Platzierung gehofft“, erklärte Kuniß. Die 20-Jährige sagte weiter: „Der Titel bedeutet mir sehr viel, denn ich habe hart dafür gearbeitet. Heute haben mich aber auch meine Freunde, Fans und die Zuschauer zum Titel getragen.“
Auch die beiden Junioren Raul Esch (Radsportverband THÜ) und Leon Resag (RSV Einheit Lübben) konnten mit ihrem Triumph im Zweiermannschaftsfahren begeistern. Das Duo war von Anfang an vorne dabei, sammelte früh die ersten Punkte. Zwischenzeitlich konnte Italien an den Deutschen vorbeiziehen, doch die ließen sich nicht beirren und schoben sich mit dem Gewinn der doppelt zählenden Schlusswertung und insgesamt 33 Punkten noch auf Platz eins. Italien kam auf 25 Punkte, Belgien belegte mit 20 Zählern den dritten Platz.
„Der Schlüssel zum Erfolg war heute unser Teamwork. Leon hat mich gut für die Wertungssprints positioniert und ich konnte dann richtig Gas geben“, sagte Esch. Und Resag, der aus Lübben und damit unweit von Cottbus kommt, meinte: „Der Heimvorteil hat Flügel verliehen. Mit dem Titelgewinn haben wir uns einen Traum verwirklicht. Vor einem Jahr hätte ich sicherlich nicht gedacht, dass ich Europameister würde werden können.“
Eine weitere Bronzemedaille holten Bruno Keßler (Tudor U23) und Tobias Müller (Unibet-Rose Rockets) im Zweiermannschaftsfahren der Männer U23. Das deutsche Duo punktete – nur mit Ausnahme der Schlusswertung – in jedem Wertungssprint und schafften sich gleich zu Beginn ein Punktepolster. Die doppelt zählende letzte Wertung war jedoch noch ausschlaggebend. Dort konnten sich Österreich und Belgien noch weitere Punkte sichern und mit 43 und 41 Punkten die Plätze eins und zwei sichern. Müller/Keßler kamen auf 34 Zähler. „Ich denke schon, dass wir letztendlich auch mit Bronze zufrieden sein können, denn wir haben alles gegeben. Nach dem Restart des Rennens [nach einer Unterbrechung wegen eines Sturzes, Anm. d. Red.] sind wir leider etwas aus dem Rhythmus gekommen“, kommentierte Müller.
Bei den Juniorinnen wurden Edda Bieberle (RSV Osterweddingen) und Eufemia Schmieder (RSC Sachsenblitz Burgstädt) im Zweiermannschaftsfahren Achte – genauso wie Seana Littbarski-Gray und Judith Rottmann bei den Frauen U23. Im Sprint der Junioren musste sich Leonidas Rekowski (RSV Chemnitz) im Bronzelauf dem Italiener Filippo Cusumano in zwei Läufen geschlagen geben und wurde Vierter. Pete-Collin Flemming (BSG Pneumant Fürstenwalde) und Luca Nissel (RSV Einheit Lübben) fuhren im Keirin der Männer U23 auf die Plätze zehn und elf.
„Mit der erzielten Medaillenausbeute bei dieser EM können wir sehr zufrieden sein. Herausragende Athletin und wichtige Leistungsträgerin im Nationalteam war wieder Clara Schneider. Die Wettbewerbe haben auch wertvolle Erkenntnisse geliefert und uns gezeigt, wo wir in Zukunft noch gezielt nacharbeiten müssen, um den Anschluss an die absolute Weltspitze dauerhaft zu sichern“, bilanzierte GC-Sportdirektor Patrick Moster.
