29.06.2026
Junioren-Bundestrainer Maximilian Levy im Video-Interview
Maximilian Levy, selbst erfolgreicher Bahnfahrer mit drei olympischen Medaillen und zehn WM-Medaillen in der Eliteklasse, arbeitet seit 2022 als Bundestrainer Kurzzeit im Nachwuchs vom Verband German Cycling. Im Video-Interview schaut er zurück auf seine Heim-EM 2007 in Cottbus und gibt einen Ausblick auf die Titelkämpfe im Lausitz Velodrom Cottbus. Dort finden vom 7. bis 12. Juli finden erneut die Europameisterschaften im Bahnradsport der Junioren (U19) und der Altersklasse U23 statt.
Maximilian Levy (39) prägt den Bahnradsport in Cottbus inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte – erst als Athlet mit drei Olympia- und zehn WM-Medaillen. Seit fünf Jahren arbeitet er für den Verband German Cycling als Bundestrainer für die Junior*innen Kurzzeit. Im Interview blickt er auf seiner Heim-EM zurück und voraus auf die Europameisterschaften U19 und U23 vom 7. bis 12. Juli im Lausitz Velodrom.
Maximilian Levy, Sie kennen die Radrennbahn aus dem Effeff, haben hier unter anderem bei der 2007 Bronze gewonnen. Ist eine Heim-EM für Sie noch etwas Besonderes?
Ja, absolut, zumal ich das hier 2007 selber erleben durfte. Aber das ist wirklich lange her… (lacht). Ich bin jetzt 26 Jahre in Cottbus und es gab immer wieder schöne Highlights auf der Bahn – aber eine Europameisterschaft hat man wirklich nicht alle Tage. Von der Seite freue ich mich und merke, dass auch bei meinen Rennfahrern die Vorfreude steigt.
Können Sie noch von Ihren eigenen Erfahrungen als Junior profitieren?
Daran kann ich mich schon nicht mehr so genau erinnern. Und es sind auch andere Zeiten heute. Alles ist viel intensiver geworden, und wir müssen uns früher dem Wettbewerb stellen. Aber letztendlich kann ich immer noch von meinen eigenen Erfahrungen partizipieren: Wie bereitet man sich auf eine EM vor? Wie kann man das Extra-Prozent Leistung rauskitzeln?
Sie betreuen die Junior*innen, unter anderem mit Til Krüger und Marie Louise Raake zwei Sportlern vom RSC Cottbus. Wie steht es um die Chance der Deutschen, speziell der Brandenburger?
Für mich als Bundestrainer stehen alle Sportler im Fokus, nicht nur die Brandenburger. Ich denke, wir haben alle Möglichkeiten. Bei der EM 2024 in Cottbus ist uns das Kunststück gelungen, in allen vier Kurzzeitdisziplinen jeweils eine Medaille zu gewinnen, bei Frauen und Männern. Das war sehr hervorragend. Ich denke, wir sind weiter voll konkurrenzfähig und haben alle Möglichkeiten, Einzelmedaillen und Medaillen im Teamsprint zu machen. Im weltweiten Maßstab sieht es ein bisschen anders aus, da ist Europa nicht mehr der Nabel der Welt im Bahnradsport. Ich bin optimistisch, dass wir wieder fünf bis acht EM-Medaillen gewinnen können. Ich möchte den Druck aber nicht zu hoch machen. Ich habe diesmal relativ viele junge Sportlerinnen und Sportler, für viele ist es die erste internationale Meisterschaft, da geht es auch ein bisschen um das Erlebnis.
Eine U23- und U19-Europameisterschaft ist oft ein Schaufenster und Sprungbrett zu Olympischen Spielen. Gibt es in ihrem Kader Fahrer, die für LA2028 und Brisbane 2032 das Zeug haben
Ja, absolut. Ich möchte keinen hervorhaben. Aber es gibt bei mir einige, die fünf von fünf Sternen erhalten würden aufgrund ihrer Perspektive. Ob das schon für 2028 reicht, muss man sehen. Das Szenario 2032 ist eher realistisch.
Für Sie ist eine Heim-EM sicher auch immer ein großes Wiedersehen mit ehemaligen Konkurrenten, die jetzt auch als Trainer arbeiten, oder?
Das ist losgelöst von Cottbus, die treffe ich international das ganze Jahr. Es ist wie früher: Mit den meisten ist es ein sehr angenehmer Umgang. Aber die ich früher nicht leiden konnte, kann ich auch heute nicht leiden.
