10.07.2026
EM-Doppelsieg im U19-Keirin – Schneider Sprint-Europameisterin
Die Junioren Til Krüger (RSC Cottbus) und Matyas Malina (Dresdner SC) feierten am vierten Tag der Titelkämpfe im Keirin einen Doppelsieg, und Clara Schneider (RSV Finsterwalde) wurde Europameisterin im Sprint der Frauen U23. Im Punktefahren der Männer U23 holte Tobias Müller (Unibet-Rose Rockets) Bronze. Für großen Jubel sorgte auch Emilie Jarosova aus Tschechien. Die Juniorin siegte im Sprint gegen die Weltmeisterin. Das Besondere: Jarosova trainiert seit einem Jahr in der Gruppe von Eric Engler und hat auch in Cottbus inzwischen viele Freunde, die zusammen mit ihrer Familie die Goldmedaille feierten.
Krüger hatte sich souverän ins Finale gefahren, Malina musste über den Hoffnungslauf gehen. Im Finale lief es zunächst nicht optimal für die beiden Deutschen, denn sie waren bis nach ganz hinten gespült worden – doch beide machten das Beste aus der Situation: „So richtig hatte ich nicht mehr daran geglaubt, dass es klappt. Aber dann dachte ich mir, dass die Position vielleicht gar nicht so schlecht ist, weil man sich von dort ja etwas durchschlängeln kann“, sagte Krüger nach seinem EM-Triumph. Und er hatte Glück, die Lücke ging auf und er schob sich noch bis auf Platz eins nach vorne. „Das ist unfassbar. Heute morgen hätte ich noch nicht geglaubt, dass der Titel möglich ist. Das muss ich jetzt erst einmal verarbeiten. Vor einheimischem Publikum zu fahren, ist eine krasse Erfahrung. Das gibt noch einmal einen extra Push.“
Hinter Krüger folgte Malina und sicherte sich die Silbermedaille. Auch er war mit seinem Ergebnis mehr als glücklich: „Es ist unglaublich, als erstjähriger Junior überhaupt da vorne mitzufahren. Nach dem Viertelfinale hätte ich fast nicht mehr damit gerechnet, habe es aber über den Hoffnungslauf noch ins Halbfinale und dann Finale geschafft. Deshalb bin ich auch ohne große Erwartungen ins Finale gestartet. Und jetzt stehe ich hier mit Silber.“
Im Sprint-Turnier der Frauen U23 blieb Schneider in den Läufen ungeschlagen. In der Qualifikation hatte sie noch Platz zwei belegt, gewann dann aber alle weiteren Finaldurchgänge deutlich. Im Endlauf ließ sie Ekaterina Evlanova – Schnellste in der Qualifikation – ebenfalls zweimal klar hinter sich und krönte sich erstmals zur U23-Europameisterin in der Disziplin, nachdem sie schon zwei EM-Einzeltitel im Keirin der U23 gewinnen konnte.
„Der Titel ist schon etwas besonderes, weil der Sprint halt die Königsdisziplin ist und das letzte Jahr nicht einfach für mich war. Das Halbfinale gegen die Französin habe ich mir schwerer vorgestellt, aber dennoch war ich vor dem Finale gegen Evlanova aufgeregt, weil sie die Schnellste in der Quali war und ich noch nie gegen sie gefahren bin. Ich freue mich, dass es geklappt hat“, so Schneider. Anastasia Kuniß (RSV Speiche), die im Viertelfinale gegen Schneider ausgeschieden war, belegte Rang sieben.
Für eine weitere Medaille sorgte Müller im Punktefahren der U23-Klasse. Insgesamt sammelte der 22-Jährige in einem sehr umkämpften Rennen 19 Punkte und belegte hinter Seth Dunwoody (23 Punkte/Irland) und Ilya Savekin (20 Punkte) den dritten Platz. „Ja, doch. Ich kann mit Bronze zufrieden sein. Nachdem das Ausscheidungsfahren nicht so lief wie erhofft [Müller wurde Siebter, Anm. d. Red.], war das Rennen eine Bestätigung, dass die Beine da sind – auch im Hinblick auf das Zweiermannschaftsfahren.“ In dem tritt Müller am Sonntag gemeinsam mit Bruno Keßler (Tudor U23) an.
Im Punktefahren der Frauen U23 verpasste Seana Littbarski-Gray (LKT-Team) als Vierte eine weitere Medaille knapp. Zu Bronze fehlten ihr nur zwei Punkte. Junior Raul Esch (Radsportverband THÜ) belegte Omnium den siebten Platz. Bei den Juniorinnen wurde Charlotte Späth (RSV Wanderlust Hofweier) in dem Mehrkampf 14., nachdem sie nach einem Sturz im Ausscheidungsfahren etwas gehandicapt war.
Im Sprint der Juniorinnen kam Marie Louise Raake (RSC Cottbus) bis in Viertelfinale, Mira Rosinski (Chemnitzer RSV) war im Achtelfinale ausgeschieden. Sie wurden auf den Plätzen sieben und neun gewertet. Die Männer U23 hatten im Sprint auch kein Glück. Pete Collin Flemming (BSG Pneumant Fürstenwalde) und Jakob Vogt (TSV 1891 Breitenworbis) scheiterten jeweils im Achtelfinale.
