12.07.2026
Zweiter EM-Titel für Schneider
Clara Schneider (RSV Finsterwalde) holte ihre zweite Goldmedaille bei diesen Titelkämpfen und ihren dritten EM-Titel im Keirin der U23-Klasse insgesamt. Dazu gab es dreimal Silber: In der U19 überraschten Lara Colberg (1. RSC Strausberg) und Leon Resag (RSV Einheit Lübben) im Keirin beziehungsweise Punktefahren; Messane Bräutigam (AG Insurance-Soudal Devo-Team) erkämpfte sich den zweiten Platz im Omnium der Frauen U23.
Schneider ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass die Titelvergabe im Keirin nur über sie laufen wird – wenn auch für sie „unerwartet“. Schon in der Qualifikation war sie die Schnellste in ihrem Lauf und bestätigte das auch mit Platz eins im Halbfinale. Im Finale nahm Schneider bereits anderthalb Runden vor Schluss die Spitze. Zwischenzeitlich konnte eine Kontrahentin sich an der Deutschen vorbeischieben, die hielt aber gegen und gewann schließlich deutlich vor Anna Jabornikova (Tschechien) und Zita Gheysens (Belgien).
„Ich habe mich heute richtig gut gefühlt, trotz der bereits drei schweren Wettkampftage und obwohl ich nur fünf Stunden geschlafen habe, weil ich gester noch so lange bei der Dopingkontrolle gesessen habe“, so Schneider, die auch noch im 1000-Meter-Zeitfahren antritt. „Morgen hoffe ich, zweimal 1000 Meter zu fahren und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt. Natürlich habe ich eine Medaille als Ziel. Aber wenn es nicht klappt, genieße ich zu Hause meine letzten U23-EM-Medaillen.“ In der kommenden Saison wird die 21-Jährige der Nachwuchsklasse entwachsen sein. Die zweite deutsche Starterin Lara-Sophie Jäger (RV Dudenhofen) belegte den siebten Platz.
Im Keirin der Juniorinnen gehört Colberg nicht zu den Favoritinnen, doch sie fuhr ein cleveres Turnier, in dem sie sich über den Hoffnungslauf bis ins Finale kämpfte. Dort war sie zunächst etwas eingebaut, doch nutzte ihre Chance, als den Kontrahentinnen die Kräfte ausgingen und überquerte als Zweite hinter der in Cottbus trainierenden Emilie Jarosova (Tschechien) den Zielstrich. „Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, schnell vorne zu fahren, aber es lief anders als gedacht. Aber dann konnten die anderen offenbar nicht mehr und ich konnte vorbeiziehen. Die Silbermedaille bedeutet mir sehr viel und kam völlig unerwartet, weil ich echt starke Konkurrenz hatte“, freute sich Colberg. Celine Prochnau (Frankfurter RC 90) wurde Achte.
Resag sorgte gleich zu Beginn des Punktefahrens der Junioren für eine Überraschung. Er attackierte kurz nach dem Start und keiner der Konkurrenten reagierte, sodass er einen Rundengewinn und damit 20 Pluspunkte herausholte und unterwegs obendrein fünf Punkte einsammelte, von denen er bis zum Schluss profitierte. „Ich habe es einfach intuitiv versucht. Dass ich rumkomme, war schon eine Überraschung“, sagte Resag nach dem Rennen. Erst mit der Schlusswertung konnte sich Ido Dagan (Israel) noch an dem 18-Jährigen vorbeischieben und gewann mit 29 Punkten. „Es ist schon eine Enttäuschung, wenn man die Goldmedaille eigentlich schon in der Hand hat, es aber dann noch auf der Heimbahn vermasselt. Aber das gibt mir auch nochmal eine Motivation fürs Madison morgen, dort noch einmal 110 Prozent zu gegeben.“
Bräutigam war als eine der Favoritinnen ins Omnium gegangen. Mit jeweils Platz drei im Scratch und Temporennen bestätigte sie ihre Ambitionen, schied im Ausscheidungsfahren aber früh aus und wurde nur 13. Das warf sie in der Gesamtwertung vor dem alles entscheidenden Punktefahren auf Rang fünf zurück. Aber die 20-Jährige gab sich noch nicht geschlagen. Sie sammelte unterwegs einige Punkte und gewann die doppelt zählende Schlusswertung, mit der sie sich noch vom vierten auf den zweiten Platz schob. „Dafür, wie es nach drei Rennen stand, habe ich noch das Beste herausgeholt. Heute morgen wollte ich natürlich die Goldmedaille gewinnen, aber ich denke, ich kann mit Silber zufrieden sein“, bilanzierte Bräutigam.
U23-Fahrer Moritz Mauss (UAE-Team Emirates Gen-Z) wurde im Omnium Neunter. Im Punktefahren der Juniorinnen belegte Hannah-Franziska Brand (RSV Rheinzabern) Platz 14.
